So geht Ladeinfrastruktur – Leitfaden gibt Handlungsanleitung

Handlungsleitfaden zur normgerechten Errichtung von Ladeinfrastruktur

Wer sich elektromobil bewegt ist auf Strom angewiesen. Über kurz oder lang muss jedes Elektroauto eine Ladestation anzapfen, um die Batterie zu laden und wieder einsatzfähig zu sein. Dafür sind Ladestationen nötig, gerade Elektromobilisten sind auf ein enges Netz de Elektro-Tankmöglichkeiten angewiesen. Deswegen ist der Aufbau einer flächendeckenden, zuverlässigen sowie sicheren Ladeinfrastruktur eine der Grundvoraussetzungen für die erfolgreiche Etablierung der Elektromobilität in der Gesellschaft. Doch oftmals ist es für Kommunen oder Landkreise viel schwerer als es scheint, eine Ladestation zu errichten. Denn hinter dem normgerechten Aufbau einer Ladesäule steckt mehr als der bloße Anschluss ans vorhandene Stromnetz. Das kann auch Florian Hägele von den Stadtwerken Schwäbisch Gmünd bestätigen.

Die Fachkraft für Ladeinfrastruktur hat in den vergangenen Monaten einen Leitfaden zur normgerechten Errichtung von Ladesäulen und Wallboxen im öffentlichen, halb-öffentlichen sowie privaten Bereich erstellt. Der Leitfaden stellt die nötigen Prozessschritte vor und sorgt für Beachtung der relevanten gesetzlichen und normativen Anforderungen.

„Bei einer Ladesäule steckt viel dahinter. Das ist kein einfacher Schaltschrank, für einen technischer Betrieb muss man etwas mehr tun, als sie einfach nur unter Strom zu setzen“, sagt Hägele und spricht aus Erfahrung.

Die Stadtwerke Schwäbisch Gmünd waren im Projekt EMiS – Elektromobilität im Stauferland als einer der Projektpartner für den Infrastrukturaufbau zuständig und haben mit der Zeit viele Erkenntnisse gewonnen. „Die Erfahrungen, die wir im Projekt gemacht haben, wollen wir nun in einer Toolbox weitergeben“, sagt Hägele. In enger Zusammenarbeit mit Detlef Bein von der pmtec, einem Dienstleister für Prüf- und Messtechniken, erstellte Florian Hägele den Leitfaden unabhängig vom Projekt.

Gerade Entscheidungsträger sollen mithilfe des Leitfadens einen Überblick bekommen, wie die Strukturen funktionieren und Handlungsempfehlungen, sowie Entscheidungsgrundlagen erhalten. Denn Unwissen und Unsicherheiten gibt es viele: „Bei der Inbetriebnahme oder  im laufenden Netzbetrieb tauchen viele Fragen auf, gerade wenn es um Störungen geht“, sagt Hägele.

Im Leitfaden sind deswegen alle momentan geltenden Gesetze, Normen und Vorschriften für einen Inbetriebnahme-Prozess berücksichtigt worden. Dennoch steht es der verantwortlichen Elektrofachkraft stets frei, wie sie die geforderten Anforderungen umsetzt, solange ihr Handeln in Übereinstimmung mit den entsprechenden Gesetzen, Normen und technischen Regeln steht.

Durch die eingearbeiteten Erfahrungen im Leitfaden sollen besonders zukünftige Projekte zum Aufbau von Ladesäulen profitieren. „Wir wollten den Leuten Mindestanforderungen an die Hand gebe. Wir zeigen eine erprobte Linie auf und geben Aspekte an, die zu berücksichtigen sind. Außerdem geht es darum, welche Gefahren erkannt wurden und wie beispielsweise Brände oder Stromschläge abzuwehren sind“, sagt der Leitfaden-Autor Hägele. Dabei geht es nicht nur um die Ladesäule an sich, sondern auch um technische Mindeststandards vor Ort. Parkmöglichkeiten müssen gegeben sein, aber auch das Gefährdungspotential ist so gering als möglich zu halten.

Bislang liegt nur eine Kurzversion des Leitfadens vor, bei der BMVI Veranstaltung vom 27. – 28. Januar 2015 in Offenbach wird die Langversion präsentiert und verteilt.

Die Kurzversion des Handlungsleitfadens zur normgerechten Errichtung von Ladesäulen/ Wallboxen finden Sie hier: Handlungsleitfaden zur normgerechten Errichtung von Ladeinfrastruktur Kurzversion

Quelle: Stadtwerke Schwäbisch Gmünd GmbH