Das Parkhaus der Zukunft in der Stuttgarter Innenstadt

Laden an der PBW-Ladeinfrastruktur

Im Parkhaus Hofdienergarage mitten in Stuttgart wurde am Mittwoch, dem 21. Mai der größte Standort des Projekts InFlott – integriertes Flottenladen eingeweiht. Die neue Ladeinfrastruktur der Hofdienergarage ist zukunftsweisend – und macht die Möglichkeiten der Elektromobilität sichtbar. Der Regierungsvizepräsident des Regierungspräsidiums Stuttgart Dr. Christian Schneider hat die neuen Ladestationen offiziell in Betrieb genommen.

 

Sechzehn Ladepunkte stehen ab jetzt allen Nutzergruppen zur Verfügung. Neben Carsharing-Nutzern oder der elektrischen Landesflotte können auch Bürger mit eigenem Elektroauto für einen vollen Stromtank sorgen.Und das geht in der Hofdienergarage denkbar simpel. Keine Anmeldung oder spezielle Ladekarte ist nötig. “Man kann einfach das Parkticket nutzen und dann am Kassenautomaten für die Ladung bezahlen”, erklärt Simon Schwarz von der Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg, die gemeinsam mit Swarco Traffic Systems GmbH die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in der Hofdienergarage weiter ausgebaut hat.

Dauerhaft mieten kann man einen Parkplatz am Ladepunkt ebenfalls und somit die Säulen für einen festen monatlichen Aufpreis unbegrenzt nutzen. Hauptnutzer der sechzehn Ladepunkte wird das Land Baden Württemberg sein. Die sechs Elektroautos der Landesflotte sollen in der Hofdienergarage aufgeladen werden. “Wir begrüßen die Initiative zur Förderung der Elektromobilität und stellen unseren Fuhrpark gerne für den Modellversuch zur Verfügung”, sagt Regierungsvizepräsident Dr. Christian Schneider. “Da die neuen Ladesäulen unsere Fahrzeuge mit Ökostrom versorgen, können wir unsere Umweltbilanz auf besonders nachhaltige Art und Weise verbessern.”

Doch die neue Ladeinfrastruktur umfasst mehr als die sechzehn sichtbaren Ladesäulen. Ein Parkleitsystem, eine Buchungs- und Reservierungsplattform und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Parkhauses sollen zu einem Gesamtkonzept führen, das exemplarisch ist für das Parkhaus der Zukunft. “Die Stuttgarter Hofdienergarage ist das Kernobjekt des Projekts InFlott. Wir nennen es Parkhaus 2020, in Anlehnung an die Pläne der Bundesregierung und wollen das Parkhaus der Zukunft darstellen”, sagt Simon Schwarz.

Die Photovoltaikanlage auf dem Dach soll grünen Strom erzeugen, der zur Ladung der Elektrofahrzeuge beiträgt. Mithilfe der Buchungs- und Reservierungsplattform können sich Dauerparker ab Mitte 2015 online oder per Smartphone ein Wochenprofil anlegen, oder einen Platz im Voraus zu reservieren. Und dafür sorgen, dass immer eine Ladesäule verfügbar und das eigene Auto nicht ohne Strom bleibt. Ein internes Lastenmanagement regelt außerdem den Zeitpunkt der Ladung, um den Hausanschluss zu schonen.

Die neue Ladeinfrastruktur ermöglicht aber nicht nur schnelles und unkompliziertes Aufladen, sondern kann gleichzeitig einen Beitrag zur Energiewende leisten. Geplant ist die Einbindung in ein überregionales Lastenmanagement, dass sicherstellt, dass vor allem dann geladen wird, wenn reichlich regenerative Energien vorhanden sind.

Das Aufladen erfolgt dabei ganz einfach und schnell. Durch einen Typ 2 Anschluss (400 V / 32 A) mit bis zu 22 KW Leistung sind Ladezeiten in weniger als einer Stunde möglich.

Bis zum Abschluss des Projekts Ende 2015 ist der Aufbau einer Ladeinfrastruktur mit insgesamt 50 Ladepunkten, u.a. in Freiburg, Karlsruhe und Stuttgart vorgesehen.

Das Projekt InFlott – Integriertes Flottenladen ist eines von rund 40 Projekten im Schaufenster Elektromobilität LivingLab BWe mobil und weist ein Projektvolumen von rund 4,7 Mio. Euro auf. Es wird mit rund 2,8 Mio. Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen der Schaufensterinitiative der Bundesregierung gefördert. Neben PBW und Swarco sind EnBW, EnSoC, Fraunhofer IAO, Gigatronik und die Universität Stuttgart Mitglieder des Projektkonsortiums.

Übergeordnetes Ziel des Projekts InFlott ist es zu zeigen, dass Fahrzeugflotten ein wettbewerbsfähiges Einsatzfeld für E-Fahrzeuge sind – klimafreundlich und mit hohem Nutzerkomfort. Gleichzeitig wird gezeigt, dass eine sinnvolle Integration der Ladevorgänge von E-Fahrzeugflotten in das zukünftige Energieversorgungssystem – mit hohem Anteil erneuerbarer Energien – möglich ist.

 

Schaufenster Elektromobilität “LivingLab BWe mobil”

Die Bundesregierung hat im April 2012 vier Regionen in Deutschland als “Schaufenster Elektromobilität” ausgewählt und fördert hier auf Beschluss des Deutschen Bundestags die Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben. Insgesamt stellt der Bund für das Schaufensterprogramm Fördermittel in Höhe von 180 Millionen Euro bereit. In den groß angelegten regionalen Demonstrations- und Pilotvorhaben wird Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem erprobt.

Im baden-württembergischen Schaufenster LivingLab BWe mobil erforschen mehr als 100 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand Elektromobilität in der Praxis und werden dabei zusätzlich vom Land Baden-Württemberg und von der Region Stuttgart in hohem Maße durch eigene Fördermittel unterstützt. Die rund 40 Projekte konzentrieren sich mit ihren Aktivitäten auf die Region Stuttgart und die Stadt Karlsruhe und sorgen auch international für eine große Sichtbarkeit. Das LivingLab BWe mobil steht für einen systemischen Ansatz mit ineinandergreifenden Projekten, die Elektromobilität vom E-Bike über den E-PKW bis hin zum elektrischen Transporter und Plug-in-Linienbussen für jedermann erfahrbar machen. Die Projekte adressieren Fragestellungen zu Intermodalität, Flotten und gewerblichen Verkehren, Infrastruktur und Energie, Wohnen und Elektromobilität, Stadt- und Verkehrsplanung, Fahrzeugtechnologie, Kommunikation und Partizipation sowie Ausbildung und Qualifizierung. Koordiniert wird das LivingLab BWe mobil durch die Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie e-mobil BW GmbH und die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS).

Weitere Informationen unter www.schaufenster-elektromobilitaet.org. Informationen zum LivingLab BWe mobil unter www.livinglab-bwe.de.