Grußwort

Wissenschaftsministerin T. Bauer

Die Automobilindustrie in Baden-Württemberg ist, um das Wort ganz gezielt zu benutzen, „systemrelevant“. Wir stehen mit dem Beginn des elektromobilen Zeitalters vor einer großen Umwälzung, einem Technologie- und Mentalitätswechsel, der uns viel abverlangen wird, aber auch eine ganz neue Mobilität ermöglicht.

Technisch sind wir dafür gut aufgestellt: Wir verfügen über eine hoch differenzierte, exzellente Hochschul- und Forschungslandschaft, die F& E-Ausgaben der Unternehmen sind hoch. Baden-Württemberg liegt mit seinen Investitionen in Forschung und Entwicklung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt im internationalen Vergleich auf einem Spitzenplatz.

Dennoch müssen wir uns Fragen stellen: Auf welche Themen müssen wir unsere Anstrengungen konzentrieren für ein nachhaltiges, ressourcenschonendes und attraktives Mobilitätssystem der Zukunft? Sind unsere bisherigen Strukturen im Automobilsektor auf die E-Mobilität übertragbar?

Gerade bei diesem Thema muss man sich die internationale Wettbewerbssituation vor Augen halten: Andere Länder, etwa die Volksrepublik China, beginnen mit der E-Mobilität von Grund auf neu. Für diese Standorte besteht nicht so sehr die Notwendigkeit, umzudenken oder alte Gewohnheiten aufzugeben. Sie starten vielmehr einen völlig neuen Industriezweig. Der Aufbau fordert zwar große Energieleistungen, demgegenüber steht aber der Vorteil, Strukturen gleich passgenau so aufsetzen zu können, wie sie für die E-Mobilität erforderlich sind. Diesen Vorteil dürfen wir nicht unterschätzen.

Die Landesregierung unterstützt die Bestrebungen um den e-Mobil-Standort Baden-Württemberg nachdrücklich.

Ein wesentlicher Baustein ist das Online-Schaufenster. Mit ihm verfügt das LivingLab BWe mobil über eine digitale Informations- und Kommunikationsplattform, die neue Möglichkeiten zur Information und Partizipation schafft und dazu beiträgt, das Jahrhundertthema Elektromobilität in die Öffentlichkeit zu tragen. Die Online-Plattform ist dafür nicht nur ein zentrales Informationsmedium, sondern bietet vielmehr die Gelegenheit, sich aktiv am Technologiewandel zu beteiligen und sich einzubringen. Eine Innovation erhält ihre Reife nur durch die Akzeptanz der Menschen, die sie nutzen. Nur wenn sie gelebt und von Menschen als sinnvoll betrachtet wird, hat eine Idee auch eine Zukunft. Für die Landesregierung ist klar: Innovationen haben neben den technischen auch gesellschaftliche Dimensionen.

Mit dem Online Schaufenster Elektromobilität werden deshalb neue Instrumente der Bürgerbeteiligung entwickelt und erprobt, um die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in Veränderungsprozesse künftig noch wirksamer zu gestalten. Es ist wichtig, zu verstehen, wie und auf welche Weise Menschen Erfahrungen mit innovativen Technologien machen und ihre Rückmeldungen als wertvoll zu begreifen und sie zu nutzen. Entlang dieser Erkenntnisse wird das Online Schaufenster Schritt für Schritt weiterentwickelt.

Wenn es uns gelingt, gesellschaftliche und technische Innovation miteinander zu verbinden, haben wir die Voraussetzung geschaffen, auch zukünftig Vorreiter in den Mobilitätstechnologien zu sein. Das Online Schaufenster Elektromobilität und Ihr Engagement können dazu einen wesentlichen Beitrag leisten.

 

Theresia Bauer MdL,
Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg

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Screenshot des Vimeo Video-Channels von LivingLab BWe mobil (Foto: e-mobil BW)

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