E-Bürgerbus
Dieser Artikel behandelt spezifische Charakteristika elektrisch betriebener Bürgerbusse. Für allgemeine Charakteristika von Bürgerbussen siehe den Artikel Bürgerbus.
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[Bearbeiten] Motivation
Vor dem Hintergrund nachhaltiger Mobilitätskonzepte spielen alternative Antriebsformen eine immer größerer Rolle; eine Möglichkeit stellen elektrische Antriebsformen dar.
Mit Elektroantrieb ausgestattete Bürgerbusse bieten eine ideale Möglichkeit für den Einsatz nachhaltiger Mobilitätskonzepte, die in vorbildlicher Weise bürgerschaftliches Engagement nutzten und fördern. Darüber hinaus haben e-Bürgerbusse eine enorme Sichtbarkeit im Ort und demonstrieren insbesondere auch technische Neuerungen oftmals eher skeptisch gegenüberstehenden älteren Mitbürgern unmittelbar die Praxistauglichkeit elektromobiler Fahrzeuge in Kommunen.
[Bearbeiten] Wesen
Bürgerbusse stellen ein alternatives Mobilitätskonzept insbesondere im ländlichen Raum dar. In bisherigen Linienverlaufsplänen verkehren Bürgerbusse gewöhnlich in zwei Zeiträumen – vormittags sowie nachmittags – auf definierten Routen mit definierten Fahrtzeiten, wobei eine Fahrtstrecke von etwa 150 Kilometer pro Tag nicht überschritten wird. Diese Voraussetzungen bilden ein optimales Einsatzszenario für elektrisch betriebene Bürgerbusse. Die Standzeit eines e-Bürgerbusses zwischen diesen Zeitfenstern kann durch die Anbindung an eine Ladestation (e-Tankstelle) genutzt werden, um verbrauchte Energie erneut in das Fahrzeug einzuspeisen. So können auf Basis bürgerschaftlichen Engagements feste Linienverlaufspläne überwiegend abseits der etablierten Routen des ÖPNV bedient werden.
Neben der Anbindung tendenziell abseits gelegener Orte an die lokale Infrastruktur der Kommune als auch die Anbindung zentraler Knotenverkehrspunkte zwecks Anbindung an den ÖPNV können so mobilitätseingeschränkte Bürger lokale Einrichtungen des täglichen Bedarfs bequem und aufgrund der Fahrpläne zuverlässig erreichen. Durch den Elektroantrieb werden Emissionen lokal reduziert und somit klimarelevante Verbesserungen in einer Kommune erzielt. Siehe auch Bürgerbus-Prinzip.
[Bearbeiten] Fahrzeugtypen
Derzeit sind noch wenige e-Fahrzeuge im Einsatz, die neben dem Fahrerplatz über maximal acht weitere Sitzplätze verfügen. Vor dem Hintergrund des Bedarfs des Transports von zusätzlichem Gepäck, Rollstühlen und Rollatoren kommen auch nur großgeräumige Fahrzeuge mit entsprechender Fahrgastraumhöhe und -länge in Frage. Klassische Anbieter auf dem deutschen KFZ-Markt hinsichtlich besonderer Ausstattungsmerkmale stecken diesbezüglich erst in den Startlöchern. Alternativen bieten andere Hersteller (z. B. [[Smith Electric Vehicels oder German E-Cars [1]]]) in Zusammenarbeit mit Firmen, die einen liniengerechten Umbau vornehmen können.
[Bearbeiten] Ausstattungsmerkmale
Um den Anforderungen eines auf einer Konzession basierenden Linienverkehrs Rechnung zu tragen und rechtliche Bestimmungen sowie die Anforderungen der Fahrgäste gerecht zu werden bedarf es der liniengerechten Umrüstung der Fahrzeuge. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um folgende, e-Bürgerbus spezifische, Ausstattungsmerkmale[1] (für allgemeine Ausstattungsmerkmale von Bürgerbussen siehe den Artikel Bürgerbus):
[Bearbeiten] Motorleistung
- Ausreichende Motorisierung muss vorhanden sein (100 – 120 kW Diesel oder äquivalent)
[Bearbeiten] Getriebe
- Automatikgetriebe ist anzustreben (vor allem aus Gründen der Instandhaltung – Schaltgetriebe bei großer Zahl unterschiedlicher Fahrer wartungsintensiv bzw. häufiger Kupplungsaustausch)
[Bearbeiten] Reichweite
- Die täglichen Linienfahrten betragen beim Bürgerbus 80 bis 150 km. Dabei werden am Vormittag zwischen 40 und 80 km zurückgelegt, am Nachmittag entsprechend. Die mögliche Ladezeit zwischen Vor- und Nachmittag beträgt ca. 2 bis 2,5 Std. Dies muss durch entsprechender Batteriekapazitäten vor dem Hintergrund örtlicher Gegebenheiten gewährleistet sein.
[Bearbeiten] Gewährleistung und Wartung
- Vor dem Hintergrund des Neuheitsgrads elektrisch betriebener Bürgerbusse muss die Darstellung von Gewährleistung, insb. Umgang mit Reparaturen und Service, vertraglich geregelt werden.
- Darüber hinaus sollten Werkstätten mit Kompetenz bezüglich des Elektroantriebs ortsnah angesiedelt sein.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Internes Arbeitspapier des VWI Verkehrswissenschaftliches Institut Stuttgart GmbH