Ebersbach/Fils

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Bürgerbusverein Ebersbach
Homepage http://www.ebersbach.de/Eberbus.html
Ansprechpartner Horst Wehinger, 1. Vorstand,

Helmut Benke, 2. Vorstand

Adresse
Kontakt [email protected],

[email protected]

Fahrzeug(e) Mercedes Sprinter 316 CDI, Ausbau durch Mercedes Minibus GmbH
Vereinslogo
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Der Bürgerbusverein Ebersbach e.V. und der Eberbus[Bearbeiten]

Die Ausgangslage[Bearbeiten]

Ebersbach/Fils mit seinen knapp über 15.000 Einwohnern liegt an der engsten Stelle des Filstales. Es hat einen Eisenbahnanschluss. Während 3 von 5 dazugehörenden Teilgemeinden und die Kernstadt Ebersbach von ÖNPV-Linienbussen angefahren werden, fehlt der flächendeckende Innerortsverkehrsdienst in der Kernstadt und in und zur Teilgemeinde Sulpach.

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Am 27. Oktober 2004 fand das erste Impulstreffen zur Gründung eines Bürgerbusvereins in Ebersbach statt mit dem Ziel, ein möglichst preiswertes und umweltschonendes Mobilitätsangebot für alle Bürger zu schaffen.

Die Verwirklichung[Bearbeiten]

In einer zweijährigen Vorbereitungsphase wurden Umfragen zu Nutzung eines Bürgerbusses, zum Fahrpreis und zu den akzeptierten Entfernungen zu den Haltestellen sowie eine Werbeaktion für die ehrenamtlichen Bürgerbusfahrerinnen und –fahrer gestartet.

Nachdem dem neu gegründeten Bürgerbusverein der Eintrag „e.V.“ im Vereinsregister wegen „gewerblichem Geldeinnehmens“ verwehrt wurde, die Stadtverwaltung und der Gemeinderat dieses innerörtliche Mobilitätsangebot nach wie vor haben wollten, die Verhandlungen mit dem Busunternehmen für eine Konzession für einen genau definierten Bereich erfolgreich waren, musste für Ebersbach eine spezielle Regelung gefunden werden.

Sie besteht darin, dass die 3 beteiligten Partner eine Kooperation zwischen Regional Bus Stuttgart (RBS, Konzessionsgeber), Stadt Ebersbach (finanzieller Träger) und dem Bürgerbusverein Ebersbach (Organisation und Betrieb des Eberbusses) beschlossen und vertraglich geregelt haben.

Die gesamten Fahrgeldeinnahmen bekommt die Stadt und der Bürgerbusverein hat somit keine „gewerblichen Geldeinnahmen“. Der Zusatz „e.V.“ ist wichtig für den Haftungsausschluss der Vorstände.

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Das Bürgerbusfahrzeug[Bearbeiten]

Mit einem Zuschuss vom Land BW und einem zinslosen Darlehen der Stadt konnte ein zum Busbetrieb umgebauter Mercedes Sprinter 316CDI angeschafft werden. Wegen des häufigen Wiederanfahrens in unseren relativ steilen Hanglagen wurde ein Automatikgetriebe geordert. Beifahrertüre und –sitz wurden entfernt und eine vom Fahrer fernbedienbare Schwingtüre eingebaut. Anfänglich mit einer Rampe für Rollstuhlfahrer ausgerüstet, wurde diese wegen des erhöhten Risikos für den Rolli und den Helfer durch einen elektrohydraulischen Lift mit Spenden aus der Bevölkerung ersetzt.

Ein Muss für einen Bus ist eine Zusatzheizung für den Fahrgastraum.

Um den Bürgerbus in der dunkleren Jahreszeit schon von Weitem von einen Transporter unterscheiden zu können, haben wir eine Plexiglasscheibe mit eingebauten LED-Leuchten und unserem Eberbuslogo entwickelt.

Zur besseren Übersicht beim Rückwärtsfahren haben wir in Eigenregie eine preiswerte Rückfahrkamera mit einem Monitor vorne nachgerüstet.

Logo nachts IMG 1792.JPG

Der Bürgerbusbetrieb[Bearbeiten]

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Am 16. Oktober 2006 lief der erste Linienbetrieb auf der Eberbus-Strecke an und ist seither eine wichtige und preisgünstige Ergänzung zum ÖPNV. In den vergangenen sechs Jahren umrundete der Eberbus nahezu sechs mal die Erdkugel und beförderte dabei über 100.000 Fahrgäste.

Damit das alles reibungslos läuft, engagieren sich 25 ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer. Von Montag bis Samstag sind die immer freundlichen Fahrer für alle Ebersbacher da. Es ist immer ein nettes Wort zu hören und im Notfall hält der Eberbus fast überall zum Aussteigen an. Stündlich getaktet, geht es vom Ebersbacher Bahnhof über REWE, Aldi, Freibad, Friedhof, Arztpraxen über das Rathaus, Lidl zur Stadtmitte und erneut zum Bahnhof zurück.. Danach folgt die Route nach Sulpach. Die flächendeckend verteilten Haltestellen und die gesamte Strecke kennen die Fahrer im Schlaf und für einen Euro kann man sich durch die ganze Stadt chauffieren lassen.

Für das tolle Engagement gewann der Eberbusverein im Jahr 2007, die “echt-gut!”-Trophäe, der begehrte Ehrenamtspreis des Landes Baden-Württemberg. Ein Preis, auf den die Stadt und alle Fahrer stolz sein können. Für viele Ebersbacher ist der Eberbus nicht mehr wegzudenken, besonders freuen sie sich, dass den Fahrerinnen und Fahrern immer wieder was Neues einfällt. Sei es die in der Weihnachtszeit die Nikolausmütze, zur Faschingszeit ein Kostüm und vieles mehr.

“Hin und weg” vom Eberbus sind auch der Landrat des Landkreises Göppingen und der Ebersbacher Bürgermeister, die, wenn es ihr Zeitplan erlaubt, hinter dem Steuer anzutreffen sind.

Der Eberbus ist eine umweltschonende, preiswerte und komfortable Alternative zum Auto. Dessen sind sich die Ebersbacher bewusst und nutzen ihn entsprechend häufig. Die Resonanz kann sich sehen lassen, jährlich werden gut 40.000 Kilometer zurückgelegt und rund 16.000 Fahrgäste nutzen das Angebot. Eine von ihnen war die SWR- Reporterin Sonja Schrecklein, die den Eberbus und sein Engagement für die Landesschau aufgenommen hat.

Der Fahrplan[Bearbeiten]

Der Eberbus verkehrt im Stundentakt: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8 bis 12:35 Uhr und von 15 bis 19 Uhr, Mittwoch und Samstag nur vormittags. Der Mittwoch Nachmittag ist der einzige Zeitraum, in dem Wartungsarbeiten und planbare Reparaturen vorgenommen werden können. Der Fahrplan ist auf die Ankunft und Abfahrt der Züge und , wo möglich, auf die öffentlichen Busse abgestimmt.


Linienplan 2009 Vorderseite.JPEG

Die Fahrroute[Bearbeiten]

Die Streckenlänge pro Runde im Stundentakt beträgt 17,5 km und wir bedienen 43 Haltestellen. Dabei werden Kreisel im Stadtgebiet genutzt, um häufiger aus dem Stadtkern direkt in die Wohngebiete mitfahren zu können.

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Ehrung durch Herrn Ministerpräsident Winfried Kretschmann[Bearbeiten]

Bild NWZ T. Ehrcke (Horst Wehinger und Helmut Benke mit dem Bürgerpreis)



Am 26.09.2013 verlieh Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Landrat Edgar Wolff den Deutschen Bürgerpreis an den Bürgerbusverein Ebersbach e. V..
In einer Feierstunde wurde in Salach in der Stauferlandhalle der Preis stellvertretend an den 1.Vorsitzenden Horst Wehinger und dessen Stellvertreteer Helmut Benke übergeben. Landrat Wolff und Ministerpräsident Kretschmann waren sich in der Laudatio einig dass “der Staat weder über die Ressourcen noch über das Geld verfüge, um Aufgaben, die die Menschen freiwillig ausübten, zu übernehmen”.


Tipps für Bürgerbusvereine in Planung[Bearbeiten]

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Horst Wehinger
Im Hegnach 35

73061 Ebersbach

Tel. 07163 532415

Fax. 07163-5323060

Email: [email protected]



WORKSHOP – System Bürgerbus – 1.6.2014[Bearbeiten]

Arbeitsblatt: Empfehlungen für die Gründung eines Bürgerbusvereins

  1. Ein Bürgerbus ist ein Bus im Verbund des ÖNPV, den Bürger im ehrenamtlichen Engagement für Bürger fahren.
  2. Ziele eines Bürgerbus-Systems
    • Bezahlbare Mobilität innerhalb der Stadt für alle Bürger
    • Beitrag zur Selbständigkeit und Mobilität bis ins hohe Alter
    • Verringerung des innerstädtischen Individualverkehrs
    • Belebung der Innenstadt, Einzelhandel, Gastronomie
    • Alternative zum Individualverkehr: Keine Parkplätze, weniger Autoabgase
  3. Voraussetzungen
    • Gesetzliche Vorschriften
      • Konzession für ÖPNV -> Kooperation mit Omnibusunternehmen, Landratsamt
      • Fahrer mit Personenbeförderungsschein -> MPU (medizinische, psychologische Untersuchung) , Abnahme durch Institute, Ärzte, …
    • Fahrer
      • Führerschein Klasse B (ehemals Klasse 3)
      • Freiwillig, ehrenamtlich
      • Polizeiliches Führungszeugnis
    • Fahrzeug
      • Kleinbus (aus Transporter abgeleitet, Pkw), <= 3,5 to wegen Führerschein Klasse B
      • 1 Fahrersitz + 8 Fahrgastsitze (Klasse 3), Sicherheitsgurte
      • Hochdach, Fernbedienbare Fahrgasttüre, Niederflur, Rampe rechts für Rollstuhlfahrer
      • Handy mit Lautsprecheinrichtung
    • Haltestellen, Fahrplan
      • Bürger akzeptieren 400m (bis max. 500m) zur Haltestelle -> Umfrageergebnis
      • ÖPNV-Haltestellen (Zug, Bus) einbeziehen zum Umsteigen (win-win-Situation)
      • Bahnhof, Supermärkte, Arztpraxen, …, möglichst eigene Haltestellen
      • Fahrplan am besten im Stundentakt -> leicht zu merken je Haltestelle
    • Finanzen
      • Fzg ca. 70- 80.000 € netto komplett (Stand 2014)
      • Zuschuss aus Landesmitteln möglich -> Bus muss 8 Jahre betrieben werden
      • Bürgerbusverein hat (zunächst) nicht genügend Geld -> Kredit-Hilfe durch Stadt oder
      • Stadt übernimmt Kosten für Anschaffung Bus + laufenden Betrieb -> erhält sämtliche Einnahmen aus Kartenverkauf + Werbung
      • Werbeflächen am Bus zur Refinanzierung des nächsten Busses nach 8 Jahren (Einbindung der örtlichen Betriebe, Geschäfte, Arztpraxen, …)


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